Wenn der Staat wirklich nur ein Dienstleister wäre und keine Glaubensgemeinschaft, müsste eine ganz einfache Regel gelten: Jeder Mensch müsste jederzeit frei entscheiden können, ob er Teil dieses Systems sein möchte oder nicht.
Genau so, wie es bei Religionen, Vereinen oder anderen Gemeinschaften selbstverständlich ist. Niemand wird gezwungen, Mitglied einer Kirche zu bleiben. Niemand wird gezwungen, Teil eines Vereins zu sein.
Man kann austreten. Man kann gehen. Beim Staat hingegen funktioniert das nicht.
Hier gilt plötzlich eine völlig andere Logik: Mitgliedschaft ist nicht freiwillig, sondern automatisch. Regeln gelten auch für diejenigen, die ihnen nie zugestimmt haben. Beiträge werden nicht freiwillig gezahlt, sondern erzwungen.
Das System verlangt Gehorsam, unabhängig davon, ob jemand seine Legitimität überhaupt anerkennt.
Dabei wäre der einfachste Test für echte Legitimität: Ein System, das wirklich im Interesse der Menschen arbeitet, müsste niemanden zwingen, darin zu bleiben.
Wenn Menschen freiwillig bleiben würden, wäre Zwang überflüssig.
Wenn Zwang notwendig ist, stellt sich automatisch eine andere Frage: Warum darf man aus allen Glaubensgemeinschaften austreten – außer aus der größten von allen?











