Die dunkle Psychologie der Polizei, fünf weitere Mechanismen, die kaum jemand erkennt. In meinem letzten Video zu diesem Thema habe ich erklärt, warum Polizeikontrollen nicht zufällig so ablaufen, wie sie ablaufen, sondern psychologisch sehr präzise gestaltet sind. Viele von euch haben dann nachgeschrieben, ich verstehe jetzt erst, warum ich geredet habe. Das war kein Zwang, aber ich kam da irgendwie nicht raus. Genauso habe ich mich gefühlt und genau darum geht es heute. Nicht um Vorwürfe, nicht um Schuldzuweisungen, sondern um dunkle Psychologie, also um Kommunikationsmuster, die gezielt menschliche Instinkte aktivieren, Hilfsbereitschaft, den Wunsch nach einer schnellen Lösung und die Angst vor weiteren Unannehmlichkeiten.Hier sind fünf weitere psychologische Mechanismen, die bei Polizeikontrollen regelmäßig eingesetzt werden und die man genauer kennen sollte:
Aktivierung von Hilfsbereitschaft. Machen sie mal kurz den Kofferraum auf, nur einmal schauen und dann sind wir fertig. Das ist kein Befehl, das ist eine Bitte und genau das ist der psychologische Hebel. Menschen sind sozial darauf programmiert, kooperativ zu sein, gerade gegenüber Autoritätspersonen, gerade in Stresssituationen. Man möchte helfen, man möchte den Ablauf erleichtern, man möchte kein Problem sein. Rechtlich ist es so, bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle besteht keine Pflicht, den Kofferraum zu öffnen. Dazu braucht es entweder einen konkreten Tatverdacht, eine besondere Gefahrenlage oder eine freiwillige Zustimmung. Und genau diese Zustimmung wird in diesem Moment abgeholt. Der richtige Satz lautet deshalb immer, ich stimme einer Durchsuchung nicht zu. Ruhig, sachlich, ohne Rechtfertigung. Warum wird der Kofferraum so oft freiwillig geöffnet? Häufig lautet die Begründung, wir müssen die Verkehrssicherheit überprüfen. Die Polizei sagt, Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten müssen wir sehen. Entscheidend ist, die Polizei darf kontrollieren, ob diese Gegenstände vorhanden sind, aber nicht automatisch, wo sie aufbewahrt werden. Wenn sich Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten im Innenraum des Fahrzeugs, also in der Fahrgastzelle befinden, können sie dort vorgezeigt werden. Dann entfällt ein sachlicher Anlass, um den Kofferraum im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle zu öffnen. Der passende Satz lautet dann, die vorgeschriebenen Gegenstände befinden sich im Innenraum. Ich zeige sie Ihnen gern. Wunsch nach Ehrlichkeit. Geben Sie mir mal kurz Ihr Handy, öffnen Sie das bitte einmal. Das Gehirn will, dass eine unangenehme Situation schnell vorbeigeht. Das Handy wirkt wie ein Alltagsgegenstand, juristisch ist es aber das Gegenteil. Ein hoch sensibles Beweismittel nämlich. Wer sein Handy freiwillig entsperrt, liefert Informationen, die später kaum noch angreifbar sind. Das Beispiel Blitzer-App in diesem Zusammenhang sehr interessant. Ein besonderes anschauliches Beispiel. Blitzer-App, viele denken, die ist doch legal installiert. Ich benutze sie ja gerade nicht. Aber anscheinend ist hier etwas anders. Wenn die Polizei nämlich ein entsperrtes Handy sieht und dort eine aktive oder kürzlich genutzte Blitzer-App feststellt, kann daraus ein eigener Tatvorwurf entstehen. Nicht wegen des Besitzes der Blitzer-App, sondern wegen der Nutzung während der Fahrt. Und plötzlich geht es nicht mehr um eine einfache Verkehrskontrolle, sondern zusätzlich um eine Ordnungswidrigkeit. Der richtige Satz lautet deshalb immer, ich mache dazu keine Angaben und ich leiste keine freiwillige Mitwirkung. Belohnung durch Aussicht auf Entlastung. Wenn Sie ehrlich sind, können wir das hier abkürzen. Dann dürfen Sie gleich weiterfahren. Das ist kein Zwang, das ist ein Belohnungsversprechen. Klar, und genau das führt zu solchen Sätzen wie, ich hatte nur ein Bier getrunken, ich bin einfach müde. Juristisch sind das aber keine Erklärungen, das sind Ansatzpunkte für ein Verfahren. Ein Versprechen vergeht, eine Aussage bleibt. Der richtige Satz lautet, ich möchte dazu nichts sagen. Selbstzweifel durch Zuschreibungen. Sie wirken aber nervös, Ihre Pupillen sind auffällig. Jetzt beginnt die innere Prüfung und oft auch die Rechtfertigung. Nervosität ist menschlich, problematisch wird sie erst, wenn man sie erklärt. Der richtige Satz lautet, ich mache keine Angaben zur Sache. Autorität durch Bürokratie und Unterschriftendruck. Unterschreiben Sie mal bitte kurz, nur eine Formalie, das hat keine Bedeutung. Formulare wirken harmlos, Unterschriften wirken hingegen endgültig. Sie sind endgültig. Und genau das sind die Fehler, die man hier machen kann. Miteiner Unterschrift kann später festgehalten sein, dass man ordnungsgemäß belehrt worden ist, dass man eine bestimmte Aussage getätigt hat oder dass man ordnungsgemäß belehrt worden ist, dass man eine bestimmte Aussage getätigt hat oder dass man sich mit einer Maßnahme der Polizei freiwillig einverstanden erklärt hat. Was einmal unterschrieben ist, lässt sich später kaum noch korrigieren. Verteidigungsmöglichkeiten können dadurch nachträglich verbaut werden. Hinzu kommt die Situation, man steht unter Stress, Zeitdruck, man hat Autorität vor sich und der starke Wunsch, endlich weiterzufahren, besteht. Aber genau dieser Wunsch wird hier psychologisch von der Polizei genutzt. Und deshalb gilt eine einfache Regel: In einer Stresssituation wird niemals unterschrieben. Der richtige Satz lautet: Ich unterschreibe nichts.Anwaltlicher Hinweis, den ich euch zum Schluss geben möchte, ein ganz wichtiger Punkt, der aus meiner anwaltlichen Perspektive sehr wichtig ist: Widersteht dem Impuls, an Ort und Stelle euch zu rechtfertigen oder euch zu verteidigen. Viele denken, wenn ich das jetzt erkläre, löst sich ja das Missverständnis vor Ort auf. Das ist aber fast nie der Fall. Im Gegenteil, vor Ort fehlt euch das Wichtigste überhaupt: Ruhe, Überblick und Aktenkenntnis, die man später bekommen kann, also Kenntnis der Beweislage. Ihr müsst euch ja auch nicht sofort äußern, ihr verliert dadurch nichts, denn im späteren Verfahren besteht immer noch die Möglichkeit, sich nach Akteneinsicht gezielt zu äußern oder eben auch nicht. Und genau an diesem Punkt sollte eine Verteidigung stattfinden. Durch einen Rechtsanwalt, durch einen Strafverteidiger, der beurteilen kann, welche Strategie wichtig ist und richtig ist und welche Einlassung mehr schadet als nutzt und beurteilen kann man das eben erst nach Akteneinsicht.Schweigen ist kein Schuldeingeständnis. Schweigen ist oft das Klügste und der erste richtige Schritt einer erfolgreichen Verteidigung. Merkt euch also deshalb diese Grundsätze:
Ruhig bleiben. Höflich bleiben. Nicht reden. Nichts unterschreiben. Verteidigt euch nicht auf der Straße, sondern später im Verfahren. Wenn ihr unsicher seid oder bereits Post bekommen habt, dann holt euch frühzeitig anwaltlichen Rat. Abonniert diesen Kanal, wenn euch solche Inhalte hilfreich erscheinen und schreibt mir auch gerne in die Kommentare, welcher Satz bei euch durch die Polizei schon mal gefallen ist. Ich schaue mir das gerne an. Bleibt auf jeden Fall rechtlich wachsam.
Gemeinde Dannstadt reaktiviert in den Rechtsstand von 1914











