Der Glaube an Paragraphen und Gesetzestexte ist kein Ausdruck von Vernunft, sondern das Symptom einer säkularen Ersatzreligion. Wo früher Götter verehrt wurden, werden heute juristische Verse angebetet und wo einst Gebote galten, herrschen nun Absätze. Und wie jede Religion, deren eigentlicher Zweck die Sicherung von Macht ist, behauptet auch diese Ordnung, Struktur und Gerechtigkeit zu schaffen, während sie in Wahrheit Gehorsam erzwingt und moderne Formen der Sklaverei aufrechterhält. Sie verspricht Schutz, liefert jedoch permanente Abhängigkeit innerhalb eines politischen Missbrauchssystems, das in seiner Funktionsweise einer Sekte gleicht. Sie predigt Recht, produziert dabei fortlaufend Leid und profitiert materiell und strukturell genau von diesem Zustand.
Dem Menschen wird ein Werkzeug gereicht, das angeblich Gerechtigkeit, Recht und Ordnung garantieren soll. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass dieses Werkzeug nicht dem Einzelnen dient, sondern ausschließlich dem System, das es selbst erschaffen hat. Wer sich innerhalb dieser Ordnung bewegt, darf nur in der Sprache der Paragraphen sprechen, nur innerhalb ihrer Mauern denken und ausschließlich mit jenen Mitteln kämpfen, die ihm zuvor ausdrücklich genehmigt wurden.
Es gleicht einem Heer im Status eines Opfers, dem lediglich erlaubt wird, mit Pfeil und Bogen oder mit bloßen Fäusten zu kämpfen, während der Gegner jede Waffe nutzen darf und mit scharfer Munition schießt. Der Ausgang eines solchen Konflikts ist von Beginn an eindeutig festgelegt. Jede Abweichung von dieser juristischen Perversion gilt als Gefahr, jede Alternative wird zur Störung erklärt und jede eigenständige Lösung als Angriff auf das herrschende System gewertet. Auf diese Weise wird jede Entwicklung und jede evolutionäre Entfaltung eines Volkes nicht nur blockiert, sondern systematisch kriminalisiert.
Der Mensch, der unter politischem Missbrauch leidet, wird gezwungen, seine Rettung genau dort zu suchen, wo seine Fessel geschmiedet wurde. Er stochert in Gesetzestexten, klammert sich an Fristen und Aktenzeichen und glaubt, im Labyrinth der Regelwerke den Ausgang zu finden. Mit jedem Verfahren füttert er jene Apparate, die von seiner Ohnmacht hervorragend leben. Er kämpft nicht gegen Ungerechtigkeit, sondern hält sie am Laufen. Das System wird nicht infrage gestellt, sondern zuverlässig bedient. Diese Gläubigen studieren ihre juristischen Schriften wie heilige Texte, weil man ihnen eingeredet hat, es gebe keinen höheren Maßstab. Dass viele Konflikte erst durch politische und ideologische Eingriffe erzeugt werden, wird konsequent verdrängt. Statt Ursachen zu benennen, feiert man Urteile und statt Freiheit einzufordern, jubelt man über Verurteilungen. Die moralische Verrohung zeigt sich dort, wo das Leid des anderen zur inneren Befriedigung wird, weil es die eigene Anpassung an das System bestätigt.
Währenddessen sitzen Menschen als politische Gefangene hinter Mauern, nicht weil sie Gewalt ausgeübt haben, sondern weil sie Worte benutzt, Zusammenhänge benannt oder Machtstrukturen entlarvt haben. In Deutschland wie auch in vielen anderen Teilen der Welt wird Freiheit nicht nur geraubt, sondern offen bekämpft und anschließend durch Verwaltungen und Behörden bürokratisch verwaltet, ganz so wie bereits bei den alten Ägyptern, die ihre Gesellschaft über Schreiberkasten, Steuerregister, Besitzverzeichnisse, Frondienste, Arbeitszuweisungen, Abgabenlisten und religiös legitimierte Verwaltungsapparate kontrollierten, um Gehorsam, Ressourcenfluss und Macht dauerhaft abzusichern. Freiheit verschwindet dabei nicht durch einen plötzlichen Akt der Gewalt, sondern durch Akten, Stempel, Zuständigkeiten und die systematische Zergliederung des Menschen in verwertbare Verwaltungseinheiten.
Uniformierte Vollstrecker verteidigen diese Ordnung mit einem Stolz, der an den willigen Nachbarslump erinnert, weil auch sie von diesem System leben. Sie handeln nicht allein aus Überzeugung, sondern ebenso aus einem inneren Drang nach Herrschaft, Sadismus und dem blinden Glauben, sie hätten das Recht, andere Menschen zu erniedrigen, zu schlagen, zu schubsen, zu entführen und im äußersten Fall sogar zu töten. Wer vom geraubten Geld ernährt wird, stellt die Frage nach Moral oder Menschlichkeit nicht mehr, denn der einzig akzeptierte Maßstab ist das aufgezwungene Recht, nicht das Gewissen und nicht die Würde des Menschen.
Alles, was außerhalb dieses ideologischen Käfigs existiert, wird überwacht, sabotiert und systematisch entmenschlicht. Extremismus und Terrorismus fungieren dabei als moderne Bannflüche, mit denen jede Abweichung vom herrschenden System im Keim erstickt wird. So bleibt die Struktur unangetastet und die Opfer bleiben ihr Leben lang Gefangene einer Staatsreligion, die sich selbst als Ordnung tarnt. Die Logik dahinter ist alt und vielfach erprobt: Wer die Regeln infrage stellt, wird zum Feind erklärt, und statt nach Ursachen zu fragen, greift man zur Bibel der Paragraphen, zu den Versen des Strafgesetzbuches und zu jenen juristischen Meisterwerken der Unterdrückung, die den Gehorsam heiligen und den Zweifel bestrafen.
Wie jede Sekte funktioniert auch diese Ordnung über künstliche Dogmen, die keinerlei Bezug zu natürlichen Prinzipien von Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung haben. Nur durch diese vollständige Entkopplung von der Realität lassen sich ganze Generationen in geistiger Stagnation halten und dazu erziehen, Paragraphen hinterherzurennen, statt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Der Mensch wird darauf trainiert, Regeln zu befolgen, anstatt Probleme eigenständig zu lösen. Er lernt Gehorsam statt Urteilskraft. Gleichzeitig erhält er innerhalb dieses künstlichen Konstrukts eine kleine, kontrollierte Form von Macht, die es ihm erlaubt, andere zu provozieren, anzuböbeln und zu denunzieren, im sicheren Wissen, dass das System ihn schützen wird. Und so brüllt er, aufgeblasen von moralischer Selbstgerechtigkeit, sein deutsches Lieblingsmantra in die Welt hinaus: „Anzeige ist raus.“
Anwälte, Richter, Staatsanwälte und Verwaltungen bilden dabei keinen neutralen Dienstleister, sondern ein ökonomisches Biotop des Missbrauchs. Sie profitieren direkt von den Sorgen und Problemen, die die Politik systematisch selbst erzeugt. Je größer die Verunsicherung, desto stabiler wird dieses Geschäftsmodell. Der Mensch wird in eine Lebensweise gedrängt, die er zu akzeptieren hat, weil ausschließlich die staatliche Ideologie als legitim gilt. Freiheit wird dabei nicht offen verboten, sondern schrittweise unfinanzierbar, praktisch unmöglich und schließlich strafbar gemacht.
Wer heute zusieht, wie politische Gefangene verrotten, weil es eben das System sei, wird morgen ebenso zusehen, wie Menschen für fremde Interessen geopfert und in jeder politischen Geschmacksrichtung missbraucht werden. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob dies geschieht, sondern lediglich, wer gerade an der Spitze sitzt und wie die sektenartige Struktur, die sich über die gesamte Welt spannt, das Steuervieh weiter verwerten will. Psychopathische Machtstrukturen entstehen nicht zufällig. Sie werden gezüchtet, gepflegt, reproduziert und gezielt in politische Ämter getragen. Und selbst wenn neue Parteien entstehen, sind dort oft bereits die Parasiten dieser Sekte eingeschleust, um intern dafür zu sorgen, dass alles in den vorgegebenen Bahnen bleibt und sich am Kern des Systems nichts ändert.
Solange der Paragraphenjongleur Freude an den Regelwerken eines demokratischen oder diktatorischen Missbrauchssystems hat, wird er sich selbst für aufgeklärt halten, während andere unter der Last dieses Systems zerbrechen und niemals zu Recht und Freiheit gelangen, um ihr Leben so zu führen, wie sie es wollen, und vor allem ihre Probleme selbst zu lösen. Die eigene Anpassung wird mit Aufklärung verwechselt, während das Leid der anderen ausgeblendet oder rationalisiert wird.
Den Menschen wird sogar systematisch verboten, ihre Probleme eigenständig zu lösen, was zwangsläufig zu Respektlosigkeit untereinander führt. Jeder darf sich theoretisch wie ein Schwein benehmen, ohne Konsequenzen zu fürchten, weil der Satz „Anzeige ist raus“ bereits an den Lippen klebt und als moralischer Schutzschild dient. So breitet sich diese Perversion weiter aus, vergleichbar mit einem Hund, der mit Steinen beworfen wird und schließlich für sein Bellen oder Beißen bestraft, eingesperrt oder eingeschläfert wird, obwohl sein Verhalten lediglich eine Reaktion auf zuvor erlittenen Schmerz ist. Genauso wird mit Staatsgefangenen in sogenannten Demokratien verfahren, die sich liebevoll Bürger nennen dürfen, während sie tatsächlich verwaltet, kontrolliert und sanktioniert werden wie Vieh.
Veränderung beginnt daher nicht mit neuen Gesetzen, Parteien oder Politkern, sondern mit dem Bruch jener Machtstruktur, die Gesetze zur Waffe gemacht hat. Erst wenn der Mensch begreift, dass er nicht dafür geboren wurde, Paragraphen, Versen und Gesetzestexten zu dienen, sondern selbst Verantwortung zu tragen, endet diese Perversion. Mit ihr endet auch die Sklaverei, und erst dann entsteht ein Fundament, auf dem etwas Neues wachsen kann, das nicht auf politischer Degeneration und ideologischem Missbrauch basiert.
Freiheit entsteht dort, wo Probleme gelöst werden, nicht dort, wo sie verwaltet und in Geld verwandelt werden. Wer das verstanden hat, wird weder Gerichten noch Paragraphen hinterherlaufen, sondern den Mut entwickeln, Ungerechtigkeit an der Wurzel zu beenden. Alles andere ist Glaube. Und Glaube hat noch nie befreit oder etwas grundlegend verändert, weder an Retterfiguren noch an Erlösermythen, weder an Feen noch an Einhörner, die versprechen, was Verantwortung selbst leisten müsste.











