Die Ü50er Generation.
Sind wir mal ehrlich. Sie sind näher an der Rente als an einer funktionierenden Regierung. Doch Sie gehören noch zu den Glücklichen, die überhaupt eine bekommen werden. Und das ist vermutlich auch die letzte Planbarkeit, die dieses Land aktuell noch anbietet.
Hat eigentlich schon mal jemand durchgerechnet, was es kosten würde, die Bundesregierung durch Fachkräfte zu ersetzen?
Diese Generation hat gelernt, dass Arbeit sich lohnt. Nicht immer emotional. Aber finanziell. Zumindest war das mal die Idee.
Dabei reden wir hier nicht über eine Randgruppe. Wir reden über die Generation, die dieses Land gebaut, getragen, saniert, digital überlebt und emotional durch mehrere Systemabstürze navigiert hat, ganz ohne 100 Updates pro Woche.
Sie haben Karrieren gemacht ohne LinkedIn-Posts darüber zu schreiben und Krisen überstanden ohne Lamas zu streicheln.
Politisch? Helmut Schmidt. Helmut Kohl. Später Schröder. Also Persönlichkeiten, die nicht immer alles besser gemacht haben – aber zumindest Entscheidungen getroffen haben. Dann Merkel. Den Rest kennen Sie.
Jetzt gelten sie plötzlich als… schwierig auf dem Arbeitsmarkt. Ich fasse es kurz zusammen. Zu alt. Zu teuer. Zu erfahren.
Ein faszinierendes Konzept.
Man wird im Laufe seines Lebens also genau dann zum Problem, wenn man anfängt, die Lösungen zu kennen.
Diese Generation hat noch mit Chefs gearbeitet, die schnelle Entscheidungen getroffen haben, schwierig oder Arschlöcher waren. Und das ohne Mediatoren oder Therapiestunden, die sie 24/7 begleiten. Diese Generation hat gelernt, dass man arbeitet, auch wenn man keine Lust hat. Dass man durchhält, auch wenn keiner klatscht.
Heute? Ich fang besser gar nicht an, sonst brauchen Sie Taschentücher und ich ne Therapie.
Jetzt stehen viele von Ihnen vor der vielleicht größten Ironie ihrer Biografie. Sie sind erfahren genug, um alles zu lösen –
aber plötzlich zu alt, um noch gefragt zu werden.
Das muss man sich erstmal leisten können.
Als Gesellschaft.
Das ist ungefähr so logisch wie ein Haus, das brennt und wir werfen zuerst die Feuerwehr raus, weil sie nicht mehr ganz taufrisch wirkt.
Ich halte das für einen der größten strategischen Fehler unserer Zeit. auf.











